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Nieheimer Flechthecke

Historische Quellen belegen die Nieheimer Flechthecken schon für das Jahr 1650. Ihre größte Verbreitung hatten Sie um 1900, besaßen sie doch viele Vorteile gegenüber geschnittenen Hecken oder Holzzäunen: Man brauchte kein zusätzliches, wertvolles Holz. Die Hecke lieferte Brennholz, Forkenstiele und Spazierstöcke. Sie war Lieferant für zusätzliche Nahrung: Nüsse für die Menschen, Laub bzw. Laubheu für das Vieh. Die Struktur der Flechthecke ist am besten in den Wintermonaten zu erkennen, wenn Sie kein Laub trägt. Ab dem Frühjahr wird die Flechthecke zu einem grünen Wall, der ein hervorragender Lebensraum für Kleintiere und andere Pflanzen ist. Flechthecken haben die größte Brutdichte der Volgelwelt. Sie locken Mäuse, Hasen, Rebhühner und Reptilien an. In ihrem Schatten wachsen die wilde Christrose (Nieswurz) und der Lerchensporn. Für weitere Artenvielfalt sorgen die Kopfweiden, die mit den Hecken gepflanzt werden.

Ulrich Pieper, Stadtheimatpfleger und Vorsitzender des Heimatvereins Nieheim, hat im Jahr 2017 einen Antrag für die Anerkennung der Nieheimer Flechthecke als immaterielles Kulturerbe gestellt. Der Nieheimer Heimatverein und Heimatfreunde haben sich im Ehrenamt zur Aufgabe gemacht, die Hecken intensiv zu pflegen und die Technik an die jüngere Generation weiterzugeben.

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