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06.03.2018

Staatliche Förster bleiben außen vor

Kooperative Holzvermarktung wird beendet – Private und kommunale Waldbesitzer müssen Lösung finden

Staatliche Förster bleiben außen vor
Staatliche Förster bleiben außen vor

Nieheim (nf). Über den Paradigmenwechsel beim Holzverkauf und die Betreuung durch den Landesbetrieb ist der Hauptausschuss Nieheim informiert worden. Die bisherigen Unterstützungsleistungen und die Vermarktung sollen durch den Landesbetrieb Wald und Holz nur noch bis zum 31. Dezember dieses Jahres erfolgen.

Nach einem Gespräch mit dem NRW-Umweltministerium mit der Bundeskartellbehörde im September 2017 habe die neue Landesregierung angekündigt, die kooperative Holzvermarktung für den Kommunal- und Privatwald und die indirekte Förderung forstlicher Zusammenschlüsse zeitnah zu beenden. Bis Ende 2018 müssten die betroffenen privaten und kommunalen Waldbesitzer selbstständig eine Organisationsform finden, die kartellrechtlich zulässig ist. Der Gemeinwaldbesitzerverband habe mehrere Modelle entwickelt. Der Verband setzt dabei auf bestehende Organisationen wie Forstbetriebsgemeinschaften, Forstwirtschaftliche Vereinigungen und Verbände. Nieheim ist mit Steinheim und Marien­münster in einer Forstbetriebsgemeinschaft organisiert.

Fachleute gehen davon aus, dass wirtschaftlich arbeitende Vermarktungsorganisationen einen Holzumsatz von 150.000 bis 200.000 Festmetern pro Jahr vermarkten müssen. Das könnte bedeuten, dass Zusammenschlüsse über die Grenzen des Hochstifts erfolgen – eventuell sogar in Richtung Sauerland oder Landesverband. Hintergrund für die künftige Situation bildet die Entscheidung der Kartellbehörde, die dem Land Baden-Württemberg 2015 die Rundholzvermarktung für kommunale und private Waldbesitzer untersagte, soweit deren Forstbetriebe eine Größe von 100 Hektar überschreiten. Neu ist: Staatlichen Förstern solle es nicht mehr erlaubt sein, die in ihren Revieren liegenden kommunalen und privaten Waldbesitzer fachlich umfassend zu betreuen.

Das Bundesland lässt derzeit vor dem Bundesgerichtshof prüfen, ob auch der vorgelagerte Bereich dem Wettbewerbsrecht unterliegt und so der Landesbetrieb Wald und Holz noch die »vorgelagerten forstwirtschaftlichen Dienstleistungen« für kommunale und private Waldbesitzer erbringen darf. Die mündliche Verhandlung ist auf den 10. April festgesetzt. Die neue Lage stelle vor allem kleine Waldbesitzer vor Probleme, glaubt Nieheims Bürgermeister Rainer Vidal. Er sagt: »Uns hat durch die Forstleute von Wald und Holz bislang hohes Fachwissen zur Verfügung gestanden. Dieses Know-how haben wir hier vor Ort nicht.« Deshalb erhoffe man durch den Landesbetrieb auch zukünftig eine Beratung, obwohl es derzeit mehr Fragen als Antworten geben würde. Künftig soll es direkte Förderungen geben, für die aber entsprechende Richtlinien durch das Land erst noch erarbeitet werden müssten.

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